Nach der gezielt überstürzten Verlegung Dr. Fuellmichs am 8.10.2026 von der JVA Bremervörde in die JVA Lingen (s. hier) hat sich herausgestellt, dass er dort – ohne Information und Begründung – nicht wie bisher als normaler Strafgefangener behandelt wird, sondern wie ein hochgefährlicher Schwerverbrecher in der Sicherheitsabteilung untergebracht ist. Noch immer hockt er ohne seine Sachen in der feuchten und schimmeligen Kellerzelle, die ihm gesundheitliche Beschwerden macht, da angeblich keine normale Zelle frei sei. In einem Telefongespräch mit den Schweizer Roger Bittel (Bittel TV) am 22. Oktober schilderte er sein rechtloses Ausgeliefertsein an willkürliche Zermürbungs-Maßnahmen aus dem SPD-Justizministerium Hannover.

I. Die wesentlichen Punkte aus dem Telefongespräch:
Kellerzelle
Offenbar wurde von der Justiz verbreitet – wie auch eine allgemeine KI-Aussage bei Google bestätigt – dass Dr. Fuellmich in der JVA Lingen nicht in einer feuchten, dämmerigen Kellerzelle einsitze.
Dr. Fuellmich sagt daher in dem Gespräch mit Roger Bittel ausdrücklich, dass er sich nach wie vor in einer Zelle im Keller befinde. Das sei keine harmlose Sache, wie in der Gegend rum erzählt werde, und es sei eindeutig ein Kellerraum. Er müsse auf das obere Stockbett knien, um rausschauen zu können. „Und wenn das Fenster nicht unter der Decke wäre, sondern ganz normal, dann würde ich direkt in das Erdreich blicken.“
Er sei jetzt 14 Tage da und müsse doch auf seine Beschwerde eine schnelle Reaktion erwarten können. Doch niemand habe sich bisher vergewissert, ob und was das Zeug an den Wänden nun sei: Schimmel, nur Ausblühungen? „Zumindest sollte man, wenn doch ein Anhalt dafür ist und zwar ein starker Anhalt dafür, dass es hier gesundheitsgefährdend sein könnte, sicherstellen, dass es nicht der Fall ist und nicht einfach in der Gegend rum erzählen, dass es alles eine harmlose Sache sei.“ „Also normal ist das alles nicht, und wer was anderes erzählt, der lügt.“
Kleidung, persönliche Sachen und Unterlagen
Auch seien seine ganzen Unterlagen und seine Kleidung etc. seit einer Woche in der JVA Lingen, er habe aber noch nichts davon gesehen. Er trage nur eine dünne Jacke, seine warmen Sachen würden ihm nicht ausgehändigt. Wenn es draußen zu kalt sei, könne er deswegen nicht mit auf den Hof.
„Es hat mir aber sogar eine Unterstützerin eine richtige Jacke zugeschickt. Das Schreiben dazu durfte ich auch sehen, aber die liegt jetzt auch in der sogenannten Kammer, wo die sogenannte Habe, also das Eigentum der Häftlinge liegt. Und ich komme da nicht ran.
Ich habe aber heute noch mal einen Beamten daran erinnert, dass ja nun schon über eine Woche alle Sachen hier sind und ich natürlich genauso gestellt werden möchte, wie ich das in Bremervörde war.
Denn hier hat sich ja überhaupt nichts geändert, außer dass ich verlegt wurde mit der Maßgabe, wir sind voll in Bremervörde und die (in Lingen) haben Platz. Nein, die haben keinen Platz.
Also, ich müsste mindestens mal eine Schreibmaschine und auch eine Kaffeemaschine kriegen, weil hier kriegst du keinen Kaffee, weil auf dieser Station wird eben kein Kaffee ausgegeben.“
Die Sicherheitsabteilung
Dr. Fuellmich bestätigt, dass er sich nicht in der Aufnahmeabteilung, sondern in der Sicherheitsabteilung befinde: in Haus 3, Station 1 für besondere Sicherungsmaßnahmen, einschließlich besonderer gesicherter Hafträume.
„Deswegen hat hier auch niemand ein richtiges Besteck zum Essen, sondern es gibt nur einen Gummiteller, nicht Plastik, Gummiteller und es gibt zwei Teile, die man wohl als Besteck bezeichnen möchte. Das eine ist ein Löffel, der gleichzeitig eine Gabel ist aus Gummi, nicht aus Plastik. Und das andere ist ein Messer – was ein totaler Witz ist – aus Gummi, nicht aus Plastik. Also du kannst hier praktisch gar nichts machen, sondern man rechnet offenbar damit, dass hier die Gefährlichsten der Gefährlichen sind, und deswegen wird nur dieses Zeug rausgegeben.
Das heißt aber ja nicht, dass das mit mir nicht anders gemacht werden könnte, denn ich bin ja angeblich nur hier (im Keller), weil eine echte normale Zelle nicht frei ist. Ich bin ja normaler Strafgefangener. Zwar gehe ich gegen das Urteil vor zivilrechtlich, aber das ist ja völlig egal. Das spielt auch noch nicht mal bei der Zweidrittel-Regelung eine Rolle. Also, es gäbe ohne weiteres die Möglichkeit, mich so zu behandeln wie einen normalen Häftling, so wie ich eben eigentlich behandelt werden müsste und nicht wie jemand, der ein Schwerverbrecher ist. Aber das wird nicht gemacht.“
„Eine Begründung dafür gibt es nicht, außer dass gesagt wird, es sind keine anderen Zellen frei. Allerdings ist während der Zeit, in der ich jetzt hier bin, vorgestern oder so, ist ein Häftling von weiter oben hier runterverlegt worden von einer Normalstation, weil es offenbar Stress gab zwischen ihm und einem anderen Häftling. Die sollten getrennt werden, also ist der hier runtergekommen. Folglich ist da oben eine Zelle frei.
Und das Merkwürdige ist, am nächsten Tag kam dann auch noch der andere Häftling hier runter. Der ist allerdings im Einschluss, weil hier etliche Leute sind, die eben nicht so günstig sind, wenn man sie so draußen rumlaufen lässt, und der kann nicht raus. Aber jetzt sind da oben doch zwei Zellen frei, und trotzdem bin ich immer noch hier unten.“
Natürlich müsse es einen Grund dafür geben. Es werde ihm aber nichts gesagt, obwohl eine Begründung ja doch eigentlich selbstverständliche Pflicht sei.
„Ich bin ja auch in Bremervörde nicht in der Sicherheitsabteilung untergebracht worden, sondern auf einer ganz normalen Abteilung, wo ich normal kommunizieren konnte, auch mit den anderen Häftlingen. Das ist hier alles nicht möglich.“
Er sei hier 22 Stunden eingeschlossen, nur unterbrochen durch eine Stunde, die sogenannte Freistunde.
„Da kann man dann mal gucken, dass man ein bisschen frische Luft einatmet. Und dann gibt es eine Stunde, ich nehme an, das nennen die Verfügungszeit oder sowas, da kann man dann hier auf dem Flur unterwegs sein, wenn man das will und sich der Gefahr, die dann doch eben zeitweise besteht, aussetzen will.
Ich komme aber, das kann ich ganz klar sagen, ich komme mit den Leuten hier mit allen klar, sowohl mit den Beamten als auch mit den Häftlingen. Ich habe da offenbar eine Art, mit allen Leuten gut umzugehen.“
„Eigentlich ist es so, dass auf solchen (Sicherheits-) Stationen diejenigen Gefangenen sind, die für sich selbst oder andere gefährlich sind. Der Quatsch ist in meinem Fall ja offensichtlich, das hat ja die Folternummer in JVA Rosdorf, die war ja auch auf gar nichts basierend, außer auf Lügengeschichten, die sich das Gericht und die Staatsanwaltschaft und aber auch die Leitung der JVA in Rosdorf ausgedacht hatten.“ *
Dass er hier keine Kaffee-Maschine bekomme wie in Bremervörde, liege daran,
„dass hier niemand elektrische Geräte haben darf. So wurde es mir gesagt. Da habe ich gefragt: Warum? Ja, weil das hier eben diese Station ist. – Ja, nun gehöre ich aber nicht auf diese Station, sondern ich gehöre auf eine andere, auf eine Normalstation, so wie in Bremervörde auch.
Folglich, wenn es allein die Raumnot sein sollte, dann dürfte man mich ansonsten nicht anders behandeln als andere und nicht diese völlig verquatschte Gumminummer da abziehen und mir ein Gummimesser geben. Da kannst du auch gleich mit dem Finger die Butter aufs Brot streichen.“
Roger Bittel berichtet Reiner Fuellmich, dass er aufgrund von dessen Vollmacht das Justizministerium per Mail und auch telefonisch um Auskunft über die Vorgänge gebeten habe. Er erhalte aber nur ausweichende Antworten.
Für ihn sei die wichtigste Frage, warum er, Reiner Fuellmich, auf einer Sicherheitsheits-Station sei.
Darauf sagt Dr. Fuellmich:
„Das frage ich mich auch. Es kann dazu keine neue Sicherheitsverfügung geben. Die alte (in der JVA Rosdorf) ist auf glatter Lüge aufgebaut. Das haben wir, ich glaube, umfangreich nachgewiesen. Da gibt es ja eine Stellungnahme der JVA Rosdorf dazu, da hat ja nur eine Lüge die nächste gejagt. Also, das kann keine Rolle mehr spielen, zumal ja auch in Bremervörde alles normal war.“
Ein weiteres Problem bestehe hier darin, dass er nur dann mit dem Telefon rauskomme, wenn ein Mitarbeiter hier zufällig in der Nähe sei und ihn freischaltet. Wenn der aber gerade mal irgendwas anderes zu tun hat, dann habe er Pech, und dann könne er hier stundenlang warten.
Roger Bittel ermuntert ihn, sich wieder zu melden, um einen Termin für ein neues Telefongespräch auszumachen, und bittet Reiner Fuellmich herzlich:
„Bleib bitte stark. Die Menschen schicken dir ganz viel Zuversicht. Wir sind aktuell 800 live und drücken dir ganz fest die Daumen.“
Dr. Fuellmich antwortet:
„Danke, Roger, und danke allen. Ich bleibe auf jeden Fall stark. Ich bin stärker als die. Also, bis dann.“
———————-
*Siehe: https://fassadenkratzer.de/2024/10/16/verfolgung-im-gefangnis-der-politische-gefangene-dr-fuellmich/
——————–
Stand 22.10.2026
Video:
https://www.youtube.com/watch?v=WOiE4kJmJxY
———————
II. Kommentar
An der Wahrheit der Schilderungen Dr. Fuellmichs zu zweifeln, besteht keinerlei Anlass.
Wenn Dr. Fuellmich morgens mitten in einem Telefon-Interview überstürzt, in 5 Minuten seine Zelle verlassen muss und in ein anderes Gefängnis verlegt wird, ohne vorherige Verständigung, ohne Begründung, ohne all seine Kleider, Sachen und Unterlagen mitnehmen zu können, ohne seine Frau und seine Verteidigerin informieren zu dürfen – dann ist das staatliche Willkür, für die es keine Rechtfertigung gibt.
Wenn in dem anderen Gefängnis gar keine Zelle frei war – so dort jedenfalls die Aussage – und er in eine halbdunkle Kellerzelle mit gesundheitsgefährdenden feuchten und verschimmelten Wänden gesteckt wird, die Wände auch nach 14 Tagen noch nicht mal untersucht worden sind;
wenn Zellen oben frei werden, er aber nicht nach oben verlegt wird;
wenn sich herausstellt, dass er sich gar nicht wie zuvor in Bremervörde in der normalen Strafvollstreckung befindet, sondern ohne Information und Begründung in die Sicherungs-Abteilung für gefährliche Schwerverbrecher untergebracht worden ist, wo strenge Einschränkungen bestehen und z.B. nur Gummiteller und Gummi-Bestecke benutzt werden können;
wenn er nur eine dünne Jacke tragen kann und seine Sachen und warmen Kleider seit einer Woche da sind, ihm aber nicht ausgehändigt werden -,
dann ist das staatliche Willkür, hinter der sich offensichtlich ein Plan abzeichnet, ihn vielfach körperlich und seelisch in Schwierigkeiten zu bringen und systematisch in seinem Widerstand zu zermürben.
Man kann das als weiße Folter bezeichnen, durch die er nicht als personales Subjekt geachtet, sondern als rechtloses Objekt staatlicher Niedertracht behandelt und in seiner menschlichen Würde missachtet wird.
Das Ganze kann nur vom SPD-Justizministerium Niedersachsens in Hannover ausgehen und gesteuert werden, dem alle Justiz-Vollzugs-Anstalten weisungsgebunden unterstehen.