Die „Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie“ (MWGFD) bringen in ihrem nächsten Interview den erschütternden Bericht zweier Soldaten, die sich angesichts der zu befürchtenden schweren Impfschäden den Befehlen zur Corona-Impfung widersetzt und schwere existentielle Konsequenzen in Kauf genommen haben. Sie blicken mit der Intensiv-Krankenschwester Sabrina Kollmorgen auf eine Maschinerie aus Befehl, Angst und Gehorsam zurück, in der das Schicksal des Einzelnen nicht zähle und auf echte Kameradschaft nicht mehr vertraut werden könne. Was hat die Bundeswehr als Armee der Demokratie gegenüber der Vergangenheit gelernt? (hl)
Autorin: Elisabeth Maria
Michael Woitalla und Jan Reiners waren Soldaten – gemusterte, durchtrainierte Männer, die geschworen hatten, das Grundgesetz zu schützen und zu verteidigen. Sabrina Kollmorgen arbeitete über zwei Jahrzehnte als Intensivkrankenschwester und betreute während der Corona-Zeit eine Hotline, an die sich auch zahlreiche Soldaten wandten. Mit der Aufnahme der Corona-Impfung in das Basisimpfschema der Bundeswehr und der damit verbundenen Duldungspflicht standen Michael und Jan vor einer Entscheidung: die Impfung „dulden“ – oder sich dem Befehl widersetzen und mit schwerwiegenden Konsequenzen rechnen. Beide sagten Nein. Es folgten Dienstausübungsverbote, Gerichtsverfahren, Degradierung, der Verlust des Berufes und massive finanzielle Belastungen. Heute ist die Duldungspflicht für die Corona-Impfung ausgesetzt. Eine wirkliche Aufarbeitung sehen die drei Gesprächsteilnehmer jedoch nicht. Im Gespräch mit Johannes Clasen erzählen sie von Gehorsam, Gewissen und dem hohen Preis, den sie für ihr Nein bezahlt haben.
Erste Zweifel: ein Kind, drei Kameraden
Bei Michael Woitalla begann das Misstrauen gegen medizinische Empfehlungen lange vor Corona. 2014 erhielt sein damals zweijähriges Kind eine Sechsfach-Impfung. Eine Woche später wurde Diabetes Typ 1 diagnostiziert, hinzu kam eine Zöliakie.
„Da habe ich mir schon gedacht, irgendwas kann in dem medizinischen Bereich nicht stimmen.“
Endgültig zweifeln ließen ihn jedoch seine Beobachtungen in der Bundeswehr. Noch bevor die Duldungspflicht griff, ließen sich drei Untergebene seiner Einheit zivil gegen Corona impfen – nach Michaels Erinnerung auch deshalb, weil Partnerinnen oder Familien wieder ins Restaurant oder in den Urlaub wollten.
„Binnen einer Woche lagen die drei auf einer Intensivstation.“
Michael meldete die Vorfälle seinem Disziplinarvorgesetzten. Doch dort, so erinnert er sich, habe er „in leere Augen“ geschaut. Die Antwort lautete lediglich:
„Naja, Ausfälle gibt es immer.“
Für Michael war damit etwas Grundsätzliches zerbrochen:
„Da ist jegliche Kameradschaft, jegliche Fürsorge, jede Verantwortungspflicht komplett ausgehebelt worden mit solch einer Aussage.“
„Befehl ist Befehl“
Auch Jan Reiners hatte in seinem privaten Umfeld und in der Kaserne Beobachtungen gemacht, die ihn zunehmend zweifeln ließen. Er berichtet von Bekannten mit vorübergehenden Lähmungs-Erscheinungen im Gesicht oder an einem Arm „auf der Seite, wo die Nadel […] reingegangen ist“. In der Kaserne habe er fitte, gemusterte Männer gesehen, „ohne Herzfehler, ohne irgendwelche Probleme“, die vor der Impfung problemlos sechs Kilometer hätten joggen können und danach nur noch zwei Kilometer geschafft hätten. Sein Gruppenführer habe nach der Impfung plötzlich eine Gürtelrose am Kopf entwickelt.
Ein Anwalt wies Jan darauf hin, dass laut Beipackzettel von einem modRNA-Impfstoff dringend abzuraten sei, wenn jemand bei einer früheren Impfung Atemnot gehabt habe. Jan hatte dies in seiner Akte seit einer Grippeschutzimpfung 2019 dokumentiert und wies seine Bundeswehrärztin darauf hin. Ihre Reaktion hat sich ihm tief eingeprägt:
„Ja, aber Befehl ist Befehl. Auf das Schicksal Einzelner können wir keine Rücksicht nehmen.“
Für Jan war dies ein Wendepunkt:
„Ab da wusste ich, dass mein Tod der Bundeswehr egal ist – Hauptsache hundert Prozent Impfquote.“
Da habe er gewusst, „jetzt läuft was gewaltig schief in dem Laden“. Seine, wie er es nennt, „kleine Rebellion“ begann.
Ein Schal gegen das „tödliche Virus“
Wie wenig die öffentlich vermittelte Bedrohung aus ihrer Sicht mit dem Geschehen innerhalb der Bundeswehr zusammenpasste, erlebten die Soldaten bereits zu Beginn der Corona-Zeit. Die Bundeswehr trainiert regelmäßig den Umgang mit tödlichen Erregern und chemischen Kampfstoffen: ABC-Schutz, Gasmasken, Schutzanzüge und Dekontamination gehören zur Ausbildung.
„Wir haben uns alle so seelisch darauf vorbereitet: Alles klar, jetzt müssen wir mit unseren Fahrzeugen los“,
erinnert sich Jan. Im Fernsehen sei von einem „tödlichen Virus“ und Hunderten Toten täglich in Italien die Rede gewesen. Die Soldaten hätten erwartet, nun in voller Schutzausrüstung der Zivilbevölkerung helfen zu müssen.
Doch die Anweisung lautete zunächst schlicht:
„Ein Schal reicht.“
„Wir hatten ja alles“, sagt Jan fassungslos. Dennoch seien die Soldaten zunächst mit einem Schal oder einem Tuch vor dem Gesicht herumgelaufen. Erst später folgten OP- und FFP2-Masken.
Michael ergänzt eine weitere Beobachtung, die bei ihm „sehr, sehr viele Fragezeichen“ aufwarf: Ausgerechnet jene Kameraden, die sich frühzeitig hatten impfen lassen, seien „auf einmal alle positiv“ getestet worden. Hinterfragt worden sei dies kaum.
„Es wurde immer alles schön unter den Tisch gekehrt.“
Eine „Kultur der Angst“
Auch Sabrina Kollmorgen erlebte einen tiefen Widerspruch zwischen der öffentlichen Berichterstattung und ihrem Alltag auf den Intensivstationen.
Während der Corona-Zeit arbeitete sie als Leasing-Krankenschwester auf Intensivstationen und bekam Einblick in verschiedene Kliniken. Eine grundlegende Veränderung durch eine außergewöhnliche medizinische Bedrohung habe sie dort nicht wahrgenommen.
„Ich habe festgestellt: gar nichts. Das ist alles wie immer.“
Was sich jedoch verändert habe, sei der Umgang mit Angst gewesen.
„Ich habe wahrgenommen, dass unheimlich viel mit Druck und Angst gearbeitet wurde.“
Die Informationen aus den Medien hätten für sie „überhaupt nicht“ mit dem übereingestimmt, was sie auf den Stationen erlebte. Stattdessen habe sich „wirklich eine Kultur der Angst“ durch die Kliniken gezogen – bei den Patienten ebenso wie beim Personal.
Zugleich hätten sich zwei Lager gebildet. Kritische Stimmen seien in der Minderheit gewesen. Einige Kollegen hätten zwar ähnlich gedacht wie sie, sich aber nicht getraut, dies offen auszusprechen. Denn:
„Meinungen, die nicht im Gleichschritt funktionierten, wurden ausgegrenzt, wurden diffamiert.“
Wenn Vertrauen in der Medizin keine Rolle mehr spielt
Besonders erschütterte Sabrina der veränderte Umgang mit schwer kranken Patienten. Während öffentlich die Gefahr des Todes durch Corona „quasi über jedem“ geschwebt habe, seien OP-Säle geschlossen und wichtige Operationen und Behandlungen nicht mehr durchgeführt worden. Bei Patienten mit Herzinfarkt, Schlaganfall oder schweren Unfallverletzungen habe sich der Fokus plötzlich verschoben.
„Dann ist nicht meine erste Handlung, einen Corona-Test durchzuführen und ihm eine FFP2-Maske aufs Gesicht zu drücken“,
sagt sie.
Gerade schwer kranke Menschen bräuchten Hilfe, Zuspruch und Vertrauen. Angst zu nehmen, sei ein wesentlicher Bestandteil von Pflege und Medizin.
„Ohne Vertrauen ist gar keine Behandlung oder überhaupt nichts möglich.“
Doch genau dies habe plötzlich keine Rolle mehr gespielt.
„Das hat mich fassungslos gemacht. […] Das wurde alles übergangen.“
Wer positiv war, durfte nach Hause
Innerhalb der Bundeswehr entwickelte sich unterdessen eine ganz eigene Dynamik. Ein positiv getesteter Soldat wurde mit vollem Gehalt nach Hause geschickt.
„Dann haben die sich alle die Hände gerieben“,
erzählt Jan. Wer Kontakt zu einem positiv Getesteten gehabt hatte, habe ebenfalls auf eine Freistellung hoffen können.
„Die wollten ja alle positiv getestet werden. Wer positiv getestet ist, muss nicht arbeiten. Das ist die Realität gewesen.“
Manche Kommandeure schickten Soldaten bereits deshalb vorsorglich nach Hause, weil sie aus einem Landkreis mit hoher Inzidenz kamen. Jan erinnert sich an Kameraden, die ständig die Zahlen auf ihren Handys verfolgten und hofften, ihr Landkreis könne die entsprechende Grenze überschreiten.
Trotz des offensichtlichen Missstandes sei kaum Widerstand entstanden. Michael führt dies auch auf finanzielle Abhängigkeiten zurück. Viele hätten Häuser gebaut und hohe Kredite aufgenommen.
„Die haben alle schön brav mitgemacht.“
Die Nacht der Duldungspflicht
Angeordnet wurde die Duldungspflicht – die Pflicht, die Impfung zu „dulden“ – von der damaligen Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, „und zwar per E-Mail“, und nicht als regulärer Befehl. In Kraft trat sie in der Nacht vom 24. auf den 25. November 2021.
In Michaels Einheit wurden die noch ungeimpften Soldaten morgens um halb acht in Zivil auf den Flur befohlen, in einen Bus gesetzt und 20 Kilometer in einen, wie er es nennt, „Konsumtempel“ gefahren, in dem eine Impfstraße aufgebaut war:
Michael erinnert sich:
„Die zitternden Menschen sind dann in den Bus reingekrabbelt und sind dann 20 Kilometer in die nächstgrößere Stadt gefahren, wo diese Impfstraße aufgebaut war. Und kurz vor Mittag waren die alle wieder da. […] Und dann, nach diesem kurzen Vormittag, hatten die alle die erste Nadel im Arm.“
Für Michael selbst begann damit eine Zeit massiver Angst.
„Das waren ja Todesängste, die man hatte.“
Schon der Anblick des Kasernenzauns ließ ihn zittern, weil er nicht wusste, „was einem da passiert.“
Schließlich ließ er sich krankschreiben.
Auf der Suche nach Antworten legte er einer Truppenärztin einen handschriftlichen Fragenkatalog vor.
„Ich habe sie gefragt: Was passiert jetzt hier? Was für ein Stoff kommt oder soll in meinen Körper kommen?“
Eine Antwort oder Aufklärung habe er nicht erhalten. Vielmehr sei die Ärztin „komplett aus dem Anzug gehüpft“, habe ihn nicht aufgeklärt, sondern angeschrien.
„Das komplette Vertrauen ist da den Bach lang runtergerutscht.“
„Drei Jahre Gefängnis – wegtreten“
Bei Jan kam der Befehl beim morgendlichen Antreten. Sein Zugführer verkündete, die Corona-Impfung sei nun Bestandteil des Basisimpfschemas. Wer noch nicht geimpft sei, müsse bis 13 Uhr die erste Injektion erhalten haben.
„Ansonsten gilt das als Befehlsverweigerung. Auf Befehlsverweigerung stehen drei Jahre Gefängnis. Wegtreten.“
Viele Soldaten seien daraufhin sofort zum Sanitätszentrum gegangen. Jan nicht. Er suchte erneut das Gespräch mit seinem Zugführer und widersprach dem Befehl.
„Wir sind Soldaten. Wir haben darauf geschworen, das Grundgesetz zu schützen und zu verteidigen.“
Darin stehe, dass die Würde des Menschen unantastbar sei.
„Jemanden zu einem Experiment zu zwingen, zu erpressen oder zu befehlen, das verstößt da total gegen.“
Jan begründete seine Weigerung mündlich und schriftlich. Ihn beschäftigten Fragen nach möglichen Langzeitfolgen:
„Was passiert mit mir in fünf Jahren? Was passiert mit mir in zehn Jahren? Kriege ich Krebs? Bin ich fruchtbar? Bin ich unfruchtbar? Könnte ich behinderte Kinder dadurch kriegen?“
Doch kein Arzt habe ihm diese Fragen beantworten können.
Trotz der Drohung seines Kompaniechefs, dass es „harte Konsequenzen“ für ihn haben werde, wenn er sich jetzt nicht impfen lasse, blieb Jan bei seiner Entscheidung:
„Wir haben unterschrieben, dass wir uns eine Kugel einfangen für das Volk, für das Vaterland – aber wir sind keine Versuchskaninchen.“
Psychoterror und Isolation
Was folgte, beschreiben Michael und Jan als gezielte Zermürbung durch Dienstausübungsverbot, Uniformtrageverbot und den Vorwurf, eine „Atmosphäre der Unsicherheit“ geschaffen zu haben. Jan berichtet sogar von der Anweisung, dass niemand mehr mit ihm sprechen durfte.
Immer wieder sei er an unterschiedliche Stellen befohlen, kurz darauf wieder zurückgeschickt und „die ganze Zeit informationslos gelassen“ worden.
Wenn er sich in der Kaserne einzufinden hatte, musste er „wie ein Idiot“ vor dem Tor warten und wurde drinnen „wie ein Wachhund“ bei jedem Schritt überwacht. Ziel sei gewesen, so Jan, dass sich die betroffenen Soldaten nicht finden und zusammenschließen.
„Deswegen musste jeder nach Hause geschickt […] und isoliert werden.“
Michael wurde während seiner Krankschreibung sogar von eigenen Kameraden mit einem Militärfahrzeug von zu Hause abgeholt. Schweißgebadet sei er damals eingestiegen, in ständiger Angst vor einer Zwangsimpfung. Als „Verrat am eigenen Kamerad“ habe er das damals empfunden. Nur weil ein diensthabender Arzt an diesem Tag erkannte, dass mit ihm „etwas nicht“ stimmte, blieb ihm die Impfung an jenem Tag erspart.
Soldaten in Angst und unter Druck
Über eine Infohotline von Viviane Fischer kam Sabrina Kollmorgen mit zahlreichen Soldaten in Kontakt. Wie viele tatsächlich betroffen waren, könne sie nicht beziffern. Nach ihrer persönlichen Recherche seien es jedoch sehr viele gewesen.
Die meisten hätten sich nicht getraut, an die Öffentlichkeit zu gehen. Sie seien „gefangen in der Angst“ gewesen – vor Druck und Ausgrenzung, vor dem Verlust der Familie oder ihrer Bezüge und vor Bestrafung.
Besonders eindrücklich erinnert sich Sabrina an Gespräche mit schwangeren Soldatinnen. Diese hätten den Befehl erhalten, sich im Sanitätsbereich einzufinden, um sich während der Schwangerschaft gegen Corona impfen zu lassen.
„Die waren richtig verzweifelt und hatten natürlich nicht nur Angst um ihr eigenes Leben und ihre Gesundheit, sondern eben auch Angst um das Kind, was in ihnen heranwächst.“
Für Sabrina war dies
„verantwortungslos und auch so bösartig, Menschen hier in so eine Situation zu bringen […] Es geht völlig am Schutz des Lebens vorbei.“
Mit Schaudern erinnert sie sich an Soldaten,
„die gesagt hatten, dass sie in Einzelhaft sollten auf dem Kasernengelände. […] Sie sollten in Einzelhaft mehrere Tage, bis sie zur Vernunft gekommen sind. […] Der Soldat, der unter dieser Bestrafung jetzt steht oder unter diesem Druck, der muss überzeugt werden und am Ende soll er sich der Duldungspflicht beugen und unterwerfen. Und das war für mich auch wirklich so eine sehr, sehr schlimme Erfahrung.“
Zweimal verurteilt für ein Nein
Michael und Jan gerieten schließlich sowohl in militärische als auch in zivile Gerichtsverfahren.
„Wir sind im Zivilen und Militärischen zweimal verurteilt worden. Nur weil wir gesagt haben: Vorsicht, bis hierher und nicht weiter“,
sagt Michael. Er erhielt einen Strafbefehl wegen Gehorsamsverweigerung. Wie andere betroffene
Soldaten auch legte er Widerspruch ein, weil er eine öffentliche Gerichtsverhandlung und eine tatsächliche Auseinandersetzung mit den Argumenten wollte.
Doch vor Gericht sei er immer wieder auf dieselbe Haltung gestoßen:
„Befehl ist Befehl.“
Sabrina, die mehrere Verfahren begleitete, beschreibt ihre Erfahrungen noch grundsätzlicher:
„Wahrheit und Beweise spielen überhaupt gar keine Rolle. Hier wird abgeurteilt nach einer politischen Vorgabe.“
Entlastende Beweise aus verschiedenen Fachbereichen hätten auf dem Tisch gelegen und seien, so Sabrina Kollmorgen, dennoch nicht berücksichtigt worden.
„Die Justiz verlässt hier ihren Weg, Recht und Gesetz zu sprechen.“
Es seien „katastrophale Unrechtsprozesse“ gewesen, so ihr klares Urteil.
Finanzielles Ausbluten
Neben der psychischen Belastung gerieten die Soldaten zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Während eines Dienstausübungsverbots wurden die Bezüge halbiert. Gleichzeitig häuften sich Verfahren und damit Anwalts- und Gerichtskosten. Bei vielen Betroffenen seien Kosten zwischen 5.000 und 10.000 Euro entstanden.
„Die Hälfte deines Geldes fällt weg, du musst aber einen Anwalt bezahlen und du weißt dauerhaft gar nicht: Was passiert jetzt mit mir?“,
beschreibt Jan die Situation.
Wer unehrenhaft entlassen wird, erklärt Jan, sei „von einem Tag auf den anderen Bürgergeldempfänger“, weil die Bundeswehr außer in die Rente nicht in die Sozialsysteme einzahle.
Sein Fazit: Es sei
„die Taktik der Bundeswehr gewesen, uns finanziell ausbluten zu lassen.“
Ihr Leben sei dadurch „komplett ruiniert.“
Michael, über zwei Jahrzehnte im Dienst in verantwortlicher Position, stand vor der Beförderung zum Stabsfeldwebel. Er wurde bis zum Schützen degradiert, obwohl der höchste Wehrdisziplinaranwalt in seinem Plädoyer seinen Fall „in ein rosa Wattebällchen“ gepackt und die Rückkehr in den Dienst empfohlen habe. Nach der Verhandlungspause habe der Richter das Urteil in eineinhalb Minuten „um 180 Grad gedreht.“ Es folgten Degradierung, unehrenhafte Entlassung, Einstellung der Bezüge.
„Die ganzen Dienstgrade, die ich über zwei Jahrzehnte aufgebaut habe“,
zudem
„sämtliche Bezüge, sämtliche Berufsförderungsdienste, […] alles weg.“
Sein Fazit:
„Uns ist das Fundament komplett unter den Füßen weggerissen worden.“
Wenn Kameradschaft ihre Bedeutung verliert
Am bittersten ist für Michael der Verlust des Vertrauens in seine Kameraden. Er kann nicht verstehen, warum selbst nachweislich geschädigte Kameraden schweigen. Dass Militärärzte angesichts der Erkrankungen zuvor kerngesunder und durchtrainierter Menschen keine Fragen stellen, ist für ihn ebenfalls nicht nachzuvollziehen.
„Da stelle ich mir die Frage: Mit solchen Menschen solltest du eine Krisensituation bewältigen, in den Einsatz gehen? Da ist die ganze Kameradschaft und das wichtige Wort, was da enthalten ist, das Vertrauen, ist komplett in den gasförmigen Zustand übergegangen.“
Warum niemand aufarbeiten will
Als die Duldungspflicht für die Corona-Impfung ausgesetzt wurde, sei Jan zunächst „ein Stein vom Herzen gefallen“. Doch sie bestehe als Empfehlung fort und könne jederzeit reaktiviert werden. Die Angst sei deshalb nicht vollständig verschwunden.
Eine echte Aufarbeitung halten sowohl Michael als auch Jan für unerwünscht, weil sie die gesamte Befehlskette betreffen würde.
„Was passiert denn mit allen Vorgesetzten, die das befohlen haben?“,
fragt Jan.
„Befehl zum Selbstmord? Befehl, sich zu verkrüppeln? […] Deswegen hat niemand die Absicht oder das Ziel auf irgendeine Aufarbeitung, weil die alle dran sind.“
Tausende Vorgesetzte hätten Befehle weitergegeben.
„Jeder, der bei der ganzen Befehlskette mit dabei war, die sind alle mit dran, wenn das offiziell zu Verbrechen erklärt wird.“
Zudem gerate, so Jan, der ins Visier, der kritische Fragen stelle: Einer seiner Kameraden habe seiner Ärztin einen Fragenkatalog „mit ganz normalen Fragen“ vorgelegt:
„Kann ich noch Kinder zeugen oder könnten die behindert werden und so.“
Der Soldat sei mit der Begründung aus der Bundeswehr entlassen worden, dass solche Fragen „nur ein Reichsbürger“ stellen würde.
„Heilung nur durch die Wahrheit“
Das Schlusswort gehört Sabrina Kollmorgen. Einen Weg zur Heilung der Gesellschaft sieht sie nur über die Wahrheit, eine umfassende Aufarbeitung und die volle Verantwortungsübernahme der Verantwortlichen:
„Aus meiner Sicht kann es nur eine Heilung geben durch die Wahrheit und dass die Verantwortlichen vollumfänglich zur Verantwortung gezogen werden.“
Wie dies angesichts der großen Zahl der Beteiligten konkret aussehen könne, vermag auch sie nicht
zu sagen. Klar ist für Sabrina jedoch: Die Menschen, die aufgrund ihrer Haltung ihren Beruf, ihre finanzielle Sicherheit und ihre gesellschaftliche Stellung verloren haben, müssten rehabilitiert und entschädigt werden:
„Alle Berufsgruppen, vorneweg auch die Ärzte, müssen alle rehabilitiert werden und entschädigt werden.“
Es gehe darum, öffentlich anzuerkennen, dass diese Menschen
„den richtigen Weg gegangen sind – den Weg des Gewissens und der inneren Überzeugung und natürlich auch der Wahrheit“.
Was bleibt, ist die Hoffnung auf eine Gesellschaft, die wieder lernt hinzuschauen und begangenes Unrecht zu erkennen und zu korrigieren. Möge diese Hoffnung wahr werden.
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Das Video ist auch auf unserer Webseite https://geimpft-geschaedigt-geleugnet.de/sowie unserem YouTube– und Rumblekanal veröffentlicht:
https://youtu.be/76_GFB39Uss
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Quelle des Artikels:
https://www.mwgfd.org/2026/10/jan-sabrina-und-michael-da-wusste-ich-dass-mein-tod-der-bundeswehr-egal-ist/
