Die GMX-Warnungen vor meinem Blog

Mit der Veröffentlichung eines neuen Artikels erhalten alle Follower meines Blogs automatisch von WordPress eine hinweisende E-Mail. Mindestens ein Teil derjenigen, die eine GMX- oder Web.de-E-Mail-Adresse haben, werden jetzt schon zum 5. Mal beim Klicken auf „Weiterlesen“ nicht zum Artikel weitergeleitet, sondern Ihnen erscheint eine Warnung von GMX: „Achtung – Gefahr durch schädliche Programme oder Inhalte“. – Ich bitte die Follower, in der E-Mail nicht auf „Weiterlesen“, auch nicht auf die Überschrift des neuen Artikels zu klicken, sondern auf „Fassadenkratzer“ darüber. Dann kommen Sie auf meine Startseite, auf der ganz oben der neue Artikel steht. Klicken Sie dort auf „Weiterlesen“, und Sie haben den ganzen Artikel zum Lesen vor sich. Oder klicken Sie in der E-Mail oben rechts auf „Im Blog“.

Auf der Warnung heißt es weiter:
Sie verlassen gerade das Angebot von GMX und öffnen eine Internetseite, die wahrscheinlich schädliche Programme oder Inhalte enthält. Daher werden Sie nicht automatisch weitergeleitet.
Möchten Sie dennoch fortfahren und diese Seite besuchen? Wenn ja, kopieren Sie den folgenden Link in die Adresszeile Ihres Browsers:“
Der lange Link ist aber falsch und führt in die Irre. Am Schluss steht groß und fett:
                                                  Empfehlung
                                 Gehen Sie nicht auf diese Seite.

Für weitere Informationen wird unter „Hilfe“ auf eine Seite von GMX verlinkt: Gefährliche Links in E-Mails. Dort findet sich gleich oben u.a. folgende Erklärung:
„Google und andere Dienste führen eine Sperrliste, die Webseiten mit unsicheren Inhalten auflistet. Sobald Sie auf den externen Link in Ihrer E-Mail klicken, werden Teile der Webseiten-URL über eine verschlüsselte Abfrage mit dieser Sperrliste abgeglichen.
Während des Abgleichs mit der Sperrliste werden Sie auf eine sogenannte Dereferer-Seite weitergeleitet. Diese enthält den folgenden Hinweis: Sie öffnen gerade eine Internetseite außerhalb Ihres GMX Postfachs. Wenn Sie nicht in 3 Sekunden weitergeleitet werden, klicken Sie hier.
Was Ihnen nach der Dereferer-Seite angezeigt wird, hängt davon ab, ob sich die in der E-Mail verlinkte Webseite auf der Sperrliste befindet oder nicht:
–  Nein, nicht in der Sperrliste aufgeführt: Sie werden nach der Dereferer-Seite zur gewünschten Webseite weitergeleitet.
–  Ja, in der Sperrliste aufgeführt: Sie werden auf eine Sicherheits-Seite weitergeleitet, die Sie über die potentielle Bedrohung informiert.“

Reaktionen

Nachdem mich einige Follower von der Blockierung durch GMX informiert hatten, habe ich mich dort sofort beschwert. Es folgte ab 6.4.2026 ein schwieriger E-Mail-Verkehr mit wechselnden Ansprechpartnern, die alle auf technische Fragen auswichen und das eigentliche Problem der infamen Warnung vor der „Gefahr wahrscheinlich schädlicher Inhalte“ permanent ignorierten.
So schrieb GMX am 10.4.2026:
„Der Hinweis (in der Warnung auf potenziell schädliche Inhalte) bedeutet, dass die Webseite möglicherweise Schadsoftware oder Viren enthält, die den Computer des Nutzers infizieren kann.“

 Ich antwortete:
Das stimmt so nicht. Womit der Empfänger des Artikel-Links auf der Warnung als erstes konfrontiert wird, ist der Hinweis auf mögliche schädliche Inhalte, weswegen er nicht weitergeleitet wird. …
– Was sind „schädliche Inhalte“?
– Welche konkreten Sätze in meinen Artikeln, die Sie verdächtigt    und behindert haben, sind in welchem Sinne schädliche Inhalte?
– Für wen oder was sollen diese Inhalte was für eine Gefahr darstellen?
Das bleibt alles im Dunkeln. Es werden nur allgemeine Verdächtigungen ausgesprochen, ohne dass man erfährt, worum es sich handelt, und ohne konkrete Beweise. Offenbar hat man solche Beweise auch nicht. Es genügt Ihnen auch die „Wahrscheinlichkeit“, also der bloße Verdacht, um schädliche Konsequenzen für mich auszulösen. Unglaublich.

Damit werden – abgesehen von der massiven Beeinträchtigung der Meinungsfreiheit – meine Artikel und mein Blog permanent verächtlich gemacht und im öffentlichen Ansehen geschädigt. Das ist nach deutschem Recht mindestens ´Üble Nachrede` nach § 186 StGB.“
Und ich wies darauf hin, dass möglicherweise gar der Tatbestand der Verleumdung nach § 187 StGB in Betracht komme.

GMX antwortete am 16.4.:
„unsere E-Mail ist weder auf technische Abläufe reduziert, noch lenkt diese vom Thema ab. … Ihre Vorwürfe der Verleumdung, der üblen Nachrede sowie insbesondere der Zensur weisen wir ausdrücklich und vollumfänglich zurück. Diese sind sachlich wie rechtlich unzutreffend.“

Und dann beweist GMX wieder, dass bei ihnen alles auf technische Vorgänge reduziert und nicht auf meine Beschwerde zu den „schädlichen Inhalten“ eingegangen wird. Sie schreiben nämlich weiter:
„Der Zugriff auf Inhalte wird nicht aufgrund ihres Inhalts, sondern ausschließlich aufgrund technischer Merkmale eines konkret verwendeten Links eingeschränkt.“

Ich habe den Satz fett hervorgehoben, weil er zentral charakteristisch ist, und antwortete:
„Inhalte sind Inhalte und keine technischen Merkmale eines Links. Wenn die Warnung wegen technischer Merkmale eines Links ausgelöst würde, müssen Sie das schreiben. Wenn es aber auf Ihrer Warnung heißt: ´Gefahr durch schädliche Programme oder Inhalte und etwas später ´wahrscheinlich schädliche Inhalte`, dann blockieren Sie für jeden normalen logisch denkenden Menschen den Link wegen wahrscheinlicher schädlicher Inhalte der Artikel, die ja versandt werden, und nicht wegen „technischer Merkmale“.

Ich erinnerte daran, dass GMX selbst auf der verlinkten Seite beschrieben hat, warum der Link auf den E-Mails blockiert wird: weil meine Webseite auf einer „Sperrliste von Google oder anderen Diensten“ wegen „unsicherer Inhalte“ stünde, und fuhr fort:
„Also es gibt „Sperrlisten“ von Webseiten mit unsicheren Inhalten, auf denen meine Webseite offensichtlich steht. Sie richten sich automatisch danach und sperren den Link zu meiner Webseite.
Auch hier entsteht natürlich sofort die Frage: Was sind „unsichere Inhalte“? Für wen sind sie unsicher und inwiefern?
Ich kann das nicht anders auffassen – und jeder unbefangene Leser sagt das auch -, als dass es sich in Zeiten massiver politischer Einschränkungen der Meinungsfreiheit regierungs- und parteienkritischer Stimmen (´Verschwörungstheoretiker`, Verbreiter von ´Desinformationen` und ´Hassreden` bei diesen ´Sperrlisten` (schon der Name sagt alles) um politische motivierte Listen handelt, die das Verbreiten von solchen ´unsicheren Inhalten` dieser Webseiten verhindern oder zumindest erschweren sollen.

Diese Warnung an meine Follower vor den ´Gefahren wahrscheinlich schädlicher Inhalte` meiner Artikel, die völlig im Dunkeln gelassen und nicht erläutert wird, bedeutet für meinen Blog und für mich natürlich durch die Behauptung und Verbreitung von Tatsachen, die nicht nachgewiesen werden, eine „Verächtlichmachung und Herabwürdigung in der öffentlichen Meinung“, also Üble Nachrede oder gar Verleumdung.
Das können Sie noch so ´vollumfänglich` zurückweisen. Es ist eine objektive Tatsache.
Und ebenso bedeutet es objektiv eine Behinderung der Verbreitung meiner Meinung, die in meinen Artikeln zum Ausdruck kommt, also eine Einschränkung meiner Meinungsfreiheit nach Art. 5 GG, dem fundamentalen Grundrecht der Demokratie.“

Andere angebliche technische Ursache

GMX präsentierte nun im selben Schreiben eine neue technische Ursache:
„Es ist nicht erforderlich, auf weitere technische Details einzugehen. Allerdings ist hier anzumerken, dass der von Ihnen verwendete Link unsere markengeschützte Domain als Bestandteil einer mehrstufigen Redirect‑ und Dereferrer-Kette enthält, die nicht von uns erzeugt oder autorisiert wurde.“ 

Ich antwortete noch am 16.4. abends:
„Hier machen Sie außer ´gefährlichen Inhalten` noch eine andere, und zwar technische Begründung geltend, die Sie eigentlich nicht mit der ersten inhaltlichen zusammenspannen dürfen.
Sie ist auch in einer für mich als Laien unverständlichen Sprache gehalten. Ich kann damit nichts anfangen und nur so viel dazu sagen:
Seit über 13 Jahren betreibe ich meinen Blog. Und solange versendet der Anbieter WordPress automatisch bei jeder Veröffentlichung eines Artikels einen Hinweis per E-Mail an meine Follower, ohne dass es bisher ein solches Problem gegeben hätte. Der Link wird also nicht von mir verwendet, wie Sie schreiben, der plötzlich ´Ihre markengeschützte Domain als Bestandteil einer mehrstufigen Redirect- und Dereferer-Kette enthalten` soll. Ich habe nichts eingefügt und kann auch nichts entfernen. (Ich bin zu so etwas technisch überhaupt nicht imstande.) Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass WordPress da plötzlich was manipuliert hat.

Wenn Sie dann weiterschreiben: ´Dies erweckt technisch den Eindruck, der Link stamme aus unserem Verantwortungsbereich oder werde von uns kontrolliert`, widerspricht dies dem, was ich oben von GMX zitiert habe, dass GMX die Warnung von einer ´Sperrliste` übernimmt.

Mit einem angeblich technischen Automatismus wollen Sie sich hier aus der Verantwortung ziehen, die Sie oben in Bezug auf die Sperrlisten-Webseiten selbst beschrieben haben.
Danach bin ich also selbst schuld an allem. Absurd.

Ich fordere Sie noch einmal auf, Ihre Warnung, die heute zum 5. Mal nacheinander erschienen ist, umgehend selbst zu deaktivieren.“

Am 17.4. erhielt ich eine kurze Mail von GMX, in der wieder nicht auf meine Vorhaltungen zur Warnung vor der Gefahr wahrscheinlich schädlicher Inhalte eingegangen wird. Es heißt nur:
„Bitte wenden Sie sich an WordPress, sollte Ihnen nicht bewusst sein, wie die Änderungen zustande kommen bzw. sollte ein Automatismus dahinterstecken. Es spielt keine Rolle, wer die URL erzeugt, da Sie letzten Endes der technische Versender dieser Nachrichten sind.“

Ich habe sofort entsprechend an WordPress geschrieben und um schnelle Reaktion gebeten.

Dies zur Information der Leser. (hl)

 

 

 

 

 

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Autor: hwludwig

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