Prof. Homburg: „Das Wichtigste ist, dass dieser Pandemie-Mythos nicht in die Schulbücher einsickert“

„Im Rahmen der Interviewreihe ´geimpft, geschädigt, geleugnet` zieht der Finanzwissenschaftler und prominente Corona-Kritiker Prof. Stefan Homburg im Gespräch mit Johannes Clasen Bilanz über die Pandemiepolitik. Er spricht über den Verlust rechtsstaatlicher Verfahren, die manipulative Nutzung von PCR-Daten, die Rolle der RKI-Protokolle und der friedlichen Protestbewegungen, die Folgen für Kinder und Jugendliche sowie die aus seiner Sicht unzureichende Aufarbeitung der Impfschäden. Sein zentrales Anliegen: Die Ereignisse der Pandemiezeit müssen kritisch aufgearbeitet werden. Nur so könne verhindert werden, dass künftigen Generationen in den Schulbüchern ein verzerrtes Bild dieser Jahre vermittelt wird.“ (MWGFD) Wir übernehmen nachfolgend den Artikel über die wesentlichen Punkte des Interviews. (hl) 


Autorin: Elisabeth Maria

Vom „Verschwörungstheoretiker“ zum Zeitzeugen der Krise

Dr. Stefan Homburg ist Universitätsprofessor für Öffentliche Finanzen. Er war Berater von Politikern wie Theo Waigel, Gerhard Schröder und Christian Wulff und gehört seit Jahren zu den bekanntesten Stimmen der Corona-Kritik. Während der Pandemie wurde er häufig als Verschwörungstheoretiker bezeichnet. Heute blickt er gelassen auf diese Vorwürfe zurück.

„Das mit den Verschwörungstheorien läuft nicht mehr“, sagt er. Wer 2020 die Verhältnismäßigkeit von Lockdowns infrage stellte oder vor den Risiken neuartiger Impfstoffe warnte, sei damals rasch mit dem Begriff „Verschwörungstheoretiker“ belegt worden. Heute sehe die Lage anders aus, da sich
zu viele Kritikpunkte als richtig erwiesen hätten. „Eigentlich bekommen wir jetzt eine Bestätigung dessen, was wir schon immer wussten.“
An die Stelle dieses Vorwurfs seien inzwischen andere Etiketten getreten. Sobald man irgendwie vom rot-grünen Mainstream abweiche, etwa bei Klima oder Krieg, würden einem „irgendwelche auf Leugner endende Worte angeheftet.“

Der größte Schaden: Verlust von Rechtsstaatlichkeit

Auf die Frage nach den Schäden der Corona-Jahre benennt Homburg zunächst Grundsätzliches:
Der größte Schaden sei aus seiner Sicht „der Verlust an Rechtsstaatlichkeit“ gewesen. Denn was in den Jahren 2020 bis 2022 geschehen sei, habe sein Vertrauen in staatliche Verfahren erschüttert. Als Symbol für den Verlust rechtsstaatlicher Verfahren nennt er den „Regentag“ im November 2020. Die damals beschlossene Änderung des Infektionsschutzgesetzes bezeichnet er als „komplette Entsorgung des Rechtsstaats.“ Denn nur innerhalb weniger Stunden sei das Gesetz durch Bundestag und Bundesrat gegangen, vom Bundespräsidenten unterzeichnet und veröffentlicht worden.

Ähnlich kritisch sieht er die Ministerpräsidentenkonferenzen. Dort seien weitreichende Entscheidungen getroffen worden, die oft schon am nächsten Tag in Kraft traten. Für ihn steht dieses Vorgehen exemplarisch für die Geschwindigkeit, mit der in der Coronazeit Grundrechtseingriffe beschlossen und umgesetzt wurden.

Gleichzeitig betrachtet er den finanzpolitischen Kurswechsel als einen weiteren tiefgreifenden Schaden dieser Jahre. Schon früh, bereits im März 2020, hatte er von der „größten Umverteilungsaktion der Geschichte“ gesprochen, die aus seiner Sicht ein wesentlicher Grund für die bis heute anhaltende gesellschaftliche Spaltung ist. Durch die Maßnahmen sei eine Bevölkerungsgruppe, und zwar tendenziell die der wirtschaftlich Schwächeren, unterdrückt worden, „während es viele gibt, auch Lehrer mit Schülerallergien und dergleichen“, die von Schulschließungen und Homeoffice profitiert hätten.

Kinder als Verlierer der Pandemie

Deutlich wird Homburg auch, wenn es um Kinder und Jugendliche geht. Er erinnert an Schüler, die wegen fehlender Masken ausgegrenzt, „in die Ecke gestellt“ und „vor der ganzen Klasse lächerlich gemacht“ wurden. In den Schulen sei ein massiver Impfdruck aufgebaut worden. Viele Lehrer hätten die Kampagnen mitgetragen, einige wenige rühmliche Ausnahmen seien selbst unter Druck geraten und drangsaliert worden. Die Folgen dessen sehe man bis heute. Ein Blick in Kinder- und Jugendpsychiatrien genüge, um die Schäden, die angerichtet worden seien, zu erkennen. Diese Langzeitfolgen würden die Gesellschaft noch lange beschäftigen.

Besonders eindringlich formuliert er seine Erwartung über die Generation, die diese Zeit als Kinder erlebt hat:
„Die Jungen, die werden sich auch irgendwann, glaub ich, revanchieren für das, was man ihnen da angetan hat. Ich möchte nicht als 80-jähriger Herr Drosten im Pflegebett liegen, wenn da ein 40-jähriger Pfleger ist, der sich noch genau daran erinnert, was man ihm angetan hat, als er Kind war.“

RKI-Leaks und die lange Aufarbeitung

Für Homburg ist die Aufarbeitung kein einzelnes Ereignis, sondern ein fortlaufender, langer Prozess. Dabei misst er den friedlichen Protesten auf den Straßen eine zentrale Bedeutung zu. Hinzu kämen die Pfizer-Files sowie die Veröffentlichung der RKI-Protokolle, die, so Homburg, für die Aufarbeitung ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen.

Die mehr als 4.000 Seiten der RKI-Unterlagen hat Homburg nach eigenen Angaben vollständig gelesen. Sein Eindruck: Häufig hätten die Fachleute intern etwas anderes vertreten als das, was öffentlich kommuniziert wurde. Denn man sieht „an sehr vielen Stellen, dass die Fachleute genau das Gegenteil dessen dachten, was nach außen hin Herr Wieler als RKI-Präsident und Sprachrohr der Regierung erzählte.“ 

Besonders bemerkenswert findet er Passagen, in denen Mitarbeiter darüber nachdenken, ob das Bundes-Gesundheitsministerium wegen sachfremder Weisungen verklagt werden könne. Am Ende hätten Juristen jedoch festgestellt, dass das Institut als Bundesoberbehörde weisungsgebunden sei, und daher „jeden Unsinn, der von Spahn und Lauterbach kam, einfach umsetzen“ musste.

Drei Graphiken, die jeder sehen sollte und die Einzug in die Schulbücher halten sollten

Drei Graphiken, auf die Homburg sich in seinen Ausführungen bezieht, spielen für seine Ausführungen eine zentrale Rolle. Aufgrund ihrer Wichtigkeit und Aussagekraft gehören sie für ihn in Schulbücher, weil sie eine Geschichte erzählen, die von Politik und Medien weitgehend ignoriert wird.

Graphik 1: Die SARI-Daten und der erste Lockdown

Abb 1: https://www.stefan-homburg.de/images/Bild%201%20SARI.png

Die erste Darstellung zeigt schwere Atemwegserkrankungen (SARI), die zu Krankenhausaufenthalten führen. Diese SARI-Daten, die das RKI „fast taggenau“ erhalte, gebe es seit vielen Jahren, Vergleiche mit den Vorjahren seien also möglich. Daher sei verständlich, dass die Mitarbeiter des RKI im März 2020 „sehr entspannt waren. Die wussten, das geht zurück.“  Die SARI-Daten seien zusammen mit den Daten des DIVI-Intensivregisters die geeigneten Zahlen, um die Belegung der Krankenhäuser zu kontrollieren und so eine Überlastung der Kliniken und Intensivstationen zu verhindern.
Die Erkrankungszahlen seien, das zeigen die SARI-Daten eindeutig, bereits „Wochen vor dem Lockdown gesunken“ und 2020 im Frühjahr genauso zurückgegangen „wie in jedem anderen Jahr.“ Erst als sie bereits „stark im Sinkflug“ waren, sei der Lockdown in Kraft getreten. „Es kann also keiner erzählen, dass der Lockdown die wirklichen Erkrankungen gesenkt hat.“ Denn die eigentliche Krankheitslast habe sich, wie aus der Graphik deutlich hervorgeht, bereits vor den Maßnahmen reduziert.

Daher habe die Politik, um ihre Maßnahmen durchsetzen zu können, einen Trick angewendet, indem sie für die öffentliche Kommunikation die PCR-Daten, die für diesen Zweck nicht geeignet und zudem nicht aussagekräftig seien, verwendet habe. „Solche PCR-Massentests hatte es vorher nicht gegeben, deshalb gab es auch keinen Vorjahresvergleich.“ Obwohl die Beobachtung der SARI-Daten und der Daten des DIVI-Intensivregisters stattfand, um eine etwaig drohende Überlastung der Kliniken und Intensivstationen zu erkennen, wurde seitens der Politik nur auf die PCR-Fälle geschaut: „Wir richten jetzt unsere Lockdown-Strategie danach aus.“ 

Graphik 2: Die PCR-Inzidenzen und ihre Widersprüche

Die zweite Graphik beschäftigt sich mit den PCR-Inzidenzwerten.

Abb 2: https://www.stefan-homburg.de/images/Bild%203%20PCR-Inzidenz.png

Während bei einer Inzidenz von 40 der erste Lockdown beschlossen worden sei, habe man später bei Werten um 2.000 auf vergleichbare Maßnahmen verzichtet:
„Bei einer sogenannten 7-Tage-Inzidenz von 40 war die Lage so schlimm, angeblich, dass man den Lockdown verhängte. Den ersten. Bei einer Inzidenz von etwas über 100 im Frühjahr 2021 war die Sache so schlimm, dass man neben dem Lockdown, der schon seit November galt, zusätzlich Ausgangssperren und, besonders schlimm, automatische Schulschließungen“ beschloss. „Man kann nicht bei 40 einen Lockdown verhängen und dann bei 2000 sagen, bleibt mal locker.“

Für Homburg ist dies ein „glasklarer“ Hinweis darauf, dass die Inzidenz politisch genutzt wurde, ohne dass ihr irgendeine Bedeutung zugemessen wurde. Denn im April 22 sei die Bundestagsabstimmung über die allgemeine Impfpflicht angestanden. Um die Abgeordneten maximal unter Druck setzen zu können, habe man die Inzidenz bis 2000 heraufgetrieben, und zwar dadurch, wie die Minister Lauterbach und Ministerin Köpping freimütig einräumten, dass man seit Frühjahr 2022 Schnelltests als PCR-Tests zählte. Nach dem Scheitern der allgemeinen Impfpflicht sei die PCR-Hysterie beendet worden.

Graphik 3: PCR-Werte und Krankheitslage

Die dritte Graphik legt SARI-Daten und PCR-Zahlen übereinander.

Abb 3: https://www.stefan-homburg.de/images/Bild%204%20Vergleich%20SARI%20PCR.png

„Man sieht auf den ersten Blick, dass kein Zusammenhang besteht.“
Dabei sei dieser von der Politik postulierte Zusammenhang für die gesamte Corona-Politik angeblich entscheidungsführend gewesen. Während die Verantwortlichen ihre Entscheidungen mit PCR-Zahlen begründeten, hätten die tatsächlichen Krankheitsdaten etwas vollkommen anderes gezeigt.

Dass er diese drei Graphiken in der Enquete-Kommission nicht zeigen darf, hält Homburg für einen gravierenden Mangel. Er hätte sie dem Gremium gerne präsentiert, um den Politikern die Realität vor Augen zu führen.  Doch sei ihm dies von den Mehrheitsfraktionen nicht gestattet worden.

Kritik an der Enquete-Kommission

Trotz seiner Mitarbeit in der Enquete-Kommission dämpft Homburg die Erwartungen in dieses Aufarbeitungsgremium. Besonders die Redebegrenzung auf fünf Minuten empfindet er als Problem. Viele geladene Sachverständige würden Fragen ausweichen und darauf setzen, dass die Redezeit verstreiche.

Gleichzeitig glaubt er, dass die Auftritte führender Akteure eine unbeabsichtigte Wirkung entfalten.
„Der Schuss“ sei bisher „klar nach hinten“ losgegangen. Denn viele Bürger würden in der Enquete-Kommission erstmals erleben, wie Politiker, Experten und Behördenvertreter auf kritische Nachfragen reagierten. Die einstigen Autoritäten wirkten dadurch angreifbarer.
Die ganzen Helden, Buyx, Drosten, Spahn und jetzt zuletzt Schaade“ seien in den Anhörungen eingebrochen und hätten eine traurige Figur gemacht.

Verantwortungsübernahme und Bewusstseinsschulung

Auf die Frage nach Mitschuldigen nennt Homburg mehrere Berufsgruppen: Lehrer, Juristen und Ärzte hätten besonders häufig mitgemacht. Gleichzeitig lehnt er pauschale Bestrafungsforderungen ab, da die Gesellschaft sofort zusammenbrechen würde. Denn zu viele Menschen hätten die Maßnahmen unterstützt oder umgesetzt. Von Schuldirektoren über Gerichtspräsidenten bis zu Behördenleitern sei ein großer Teil der Gesellschaft beteiligt gewesen. Da könne man nichts mehr reparieren.

Entscheidend sei deshalb etwas anderes: „Es muss mehr über die Bewusstseinsschiene gehen.“
Wichtiger als Strafverfolgung sei, dass jetzt nicht der Mythos einer Pandemie in die Schulbücher einsickert. „Werden die nächsten Generationen der Schüler lesen: Da war eine ganz schreckliche Pandemie, und durch kluges staatliches Handeln wie Lockdowns und Ausgangssperren und Impfpflichten ist es gelungen, die in den Griff zu bekommen? Das wäre natürlich verheerend.“

Impfschäden und die fehlenden Daten

Ein weiteres zentrales Thema für Prof. Homburg sind die Impfschäden, die aus seiner Sicht unzureichend aufgearbeitet werden. Er betont, dass er sich bei der Größenordnung der Betroffenen kein abschließendes Urteil zutraue. Als gesicherte Daten nennt er lediglich, dass die Sterbezahlen im Jahr 2020 normal gewesen seien, während es in den Jahren 2021 und 2022 auffällig höhere Sterbezahlen gegeben habe.

Abb 4: https://www.stefan-homburg.de/images/Bild%202%20Sterbezahlen.png

Tatsächlich Geschädigten gebe es sicher, er kenne die genaue Zahl aber nicht. Denn die Datenlage sei kritisch zu bewerten. Das Meldesystem des Paul-Ehrlich-Instituts sei wegen der „riesigen Untererfassungsquote“ unzureichend. Zudem werde oft „kein Zusammenhang mit der Impfung“ hergestellt. Mit Hilfe der Abrechnungsdaten der Kassenärzte, die seit Dezember 2020 ans RKI gemeldet werden müssen, wäre eine fundierte Analyse der Impfschäden möglich. Doch dabei stoße man auf Widerstand und beiße auf Granit: „Das Paul-Ehrlich-Institut und das RKI geben diese Daten nicht heraus.“

Und die Enquete-Kommission wolle diese wichtigen Gesundheitsdaten qua Entscheidung der Mehrheitsparteien lieber gar nicht sehen. Die Enquete-Kommission könnte das Thema aufarbeiten. Homburgs Erwartungen sind jedoch gering. Wörtlich sagt er: „Von der Enquete-Kommission können Sie da gar nichts erwarten. Sobald das I-Wort fällt, Impfung, neigt die Vorsitzende dazu, zu unterbrechen oder das Mikro abzudrehen.“
Zwar habe es eine Sitzung zum Thema Impfung gegeben, weitere Anhörungen zu Impfungen oder Impfschäden seien jedoch nicht vorgesehen.

Kritisch sieht Homburg zudem den Umgang mit Betroffenen. Die Politik benenne Impfschäden in Long Covid um, um sich aus der Verantwortung zu stehlen. Dahinter vermutet er politische Motive und die „Angst, dass da was hochploppt.“
Denn eine umfassende Aufarbeitung würde die Mehrheitsparteien enorm treffen. Nach seiner Einschätzung gibt es jedoch zu viele Betroffene, sodass das Thema nicht verschwinden könne: „Es gibt zu viele Geschädigte.“

Um die Frage nach der Anzahl der Todesfälle durch Impfung transparent beantworten zu können, hätte Homburg es begrüßt, wenn der Impfstatus auf den Totenscheinen dokumentiert worden wäre. Dies sei jedoch „in einer Zeit, in der man in jeder Imbissbude seinen Impfstatus offenbaren“ musste, mit der Begründung, es sei „wegen Datenschutz“ nicht möglich, abgelehnt worden. „Das zeigt einmal mehr die ganze Bösgläubigkeit jener, die sich heute unschuldig geben. Wären sie nämlich damals überzeugt gewesen vom Erfolg dessen, was sie tun, dann hätten sie auch Transparenz geschaffen.“

Auch in den RKI-Protokollen seien schon sehr früh Hinweise auf Impfschäden und Impf-Nebenwirkungen zu finden. Scharf kritisiert er, dass die politische Debatte über eine allgemeine Impfpflicht dennoch weitergeführt wurde: Obwohl die gravierenden und zahlreichen Impfschäden den Behörden und Politikern im Frühjahr 21 bekannt gewesen seien, hätten sie ein Jahr später noch versucht, eine allgemeine Impfpflicht durchzusetzen.

Die gescheiterte Impfpflicht: Druck auf Abgeordnete und Widerstand aus der Bevölkerung

Homburg beschreibt die damalige politische Situation als von erheblichem Druck geprägt. Kurz vor der Abstimmung im Bundestag sei durch die wiederholte Präsentation der hohen Inzidenzzahlen gezielt Angst erzeugt worden. „Weil es keinen Fraktionszwang gab, wollte man den Abgeordneten da nochmal richtig Bange machen.“
Warum die Impfpflicht letztlich scheiterte, erklärt Homburg mit mehreren Faktoren. Zum einen habe der Beginn des Ukraine-Krieges die öffentliche Aufmerksamkeit verschoben. „Am Tag des Angriffs von Russland auf die Ukraine fielen die PCR-Zahlen aus der Tagesschau raus.“

Den entscheidenden Faktor sieht er jedoch in den bundesweiten, friedlichen Bürgerprotesten gegen die Corona-Maßnahmen. Die sogenannten Spaziergänge, „kleine Inseln des Widerstands“, hätten sich von Ostdeutschland aus über das ganze Land verbreitet und eine Größenordnung erreicht, die Politik und Behörden nicht mehr ignorieren konnten. Teilweise habe es hunderte Demonstrationen gleichzeitig gegeben. „Der Staat wusste nicht mehr, wie er das beherrschen sollte.“
Für Homburg ist dies ein Beleg dafür, dass gesellschaftlicher Widerstand politische Entscheidungen beeinflussen kann. Die Spaziergänge hätten aus seiner Sicht wesentlich dazu beigetragen, dass die allgemeine Impfpflicht im Bundestag keine Mehrheit fand.

Kleeblatt, Bundeswehr und die Rolle des Militärs

Die oft zitierte Überlastung des Gesundheitswesens ist, so Homburg, in den offiziellen Zahlen nicht zu erkennen. Als Beispiel nennt er das sogenannte Kleeblatt-System. Während von einer dramatischen Lage die Rede gewesen sei, seien über dieses System lediglich 93 Patienten verlegt worden. Gleichzeitig gebe es in Deutschland jedes Jahr rund 600.000 reguläre Krankenhausverlegungen.

Auch die Rolle des Militärs bewertet er kritisch. Erst im Laufe der Pandemie habe er erkannt, wie stark das Militär darin verwickelt sei. Dessen Einfluss reichte von Krisenstäben bis zu internationalen Strukturen der Pandemiebekämpfung. So seien in Deutschland General Breuer, der Chef des Corona-Krisenstabs der Bundesregierung, und General Holtherm Wielers Vorgesetzte im Bundesgesundheitsministerium gewesen.

Eine Aufarbeitung über Generationen hinweg

Trotz aller Kritik glaubt Homburg nicht, dass die Corona-Jahre in Vergessenheit geraten werden. Die Lockdowns und der Impfzwang würden „in 50 Jahren noch in den Köpfen sein.“ Die Zahl der Menschen, die die Ereignisse verdrängten, werde nach seiner Einschätzung mit der Zeit kleiner. Gleichzeitig würden immer mehr Menschen die Vorgänge kritisch betrachten.

Die Justiz werde leider nur eine begrenzte Rolle spielen. Die eigentliche, dringend notwendige Aufarbeitung entstehe durch öffentliche Debatten, durch Dokumente wie die RKI-Protokolle, durch friedliche Bürgerproteste und durch die Erinnerung derjenigen, die die Zeit erlebt haben.

Am Ende des Gesprächs bleibt der Eindruck eines Mannes, der trotz der Schärfe seiner Kritik nicht verbittert wirkt, sondern pointiert, humorvoll, ironisch und manchmal provokant argumentiert. Man spürt, dass er von der vollständigen Aufklärung des Unrechts der Coronajahre überzeugt ist, auch wenn sie noch viele Jahre dauern wird.

So hoffen wir mit ihm, dass die Aufarbeitung des Geschehenen mit der nötigen Offenheit, Ehrlichkeit und Transparenz geführt wird.
Mögen kommende Generationen aus den Erfahrungen lernen können, damit sich vergleichbare Entwicklungen nicht wiederholen.

—————————-

Das Video des Gesprächs ist auf unserer Webseite https://geimpft-geschaedigt-geleugnet.de/sowie unserem YouTube– und Rumblekanal veröffentlicht:

https://geimpft-geschaedigt-geleugnet.de/prof-stefan-homburg/das-wichtigste-ist-dass-dieser-pandemiemythos-nicht-in-die-schulbuecher-einsickert/

https://www.youtube.com/watch?v=h4IgJUfpj0Q
https://rumble.com/v7arasy-das-wichtigste-ist-dass-dieser-pandemiemythos-nicht-in-die-schulbcher-einsi.html
https://geimpft-geschaedigt-geleugnet.de/prof-stefan-homburg/das-wichtigste-ist-dass-dieser-pandemiemythos-nicht-in-die-schulbuecher-einsickert/

Bildquellen: privat sowie YouTube-Video „Pandemie“ in drei Bildern von Prof. Homburg

—————————–

Quelle des Artikels:
https://www.mwgfd.org/2026/06/prof-stefan-homburg-das-wichtigste-ist-dass-dieser-pandemiemythos-nicht-in-die-schulbuecher-einsickert/

 

 

Avatar von Unbekannt

Autor: hwludwig

herbert.w.h.ludwig@posteo.de