Die Durchsetzung seiner geopolitischen Ziele mit brutalster militärischer Gewalt war dem US-Imperialismus schon immer eigen. Doch wurden sie stets mit hehren moralischen Motiven verbrämt, und man hielt sich im Krieg noch weitgehend an gewisse anerkannte Regeln des Kriegsrechts, um Leiden zu minimieren und Zivilisten sowie Verwundete zu schützen. Das Vorgehen der jetzigen Trump-Regierung und ihres israelischen Komplizen zeigt eine neue Dimension der Gewalt. Man fühlt sich auch an letzte Regeln von Menschlichkeit nicht mehr gebunden, und man gibt sich auch keine Mühe mehr, sein Handeln moralisch zu rechtfertigen. Mit der Entmenschlichung tritt das Antimenschliche, das absolute Böse, unverhüllt auf den Plan.
Militär tötet vermutete Drogenschmuggler
Am 10.2.2026 meldete tageschau.de:
„Seit September vergangenen Jahres greifen die US-Streitkräfte immer wieder Schnellboote in der Karibik und im Pazifik an, die mit Rauschgift beladen sein sollen. Bei bislang knapp 40 Attacken wurden offiziellen Angaben zufolge fast 130 Menschen getötet.“
In der jüngst veröffentlichten nationalen Verteidigungsstrategie der Regierung von US-Präsident Donald Trump werde das militärische Vorgehen gegen mutmaßliche Drogenschmuggler zur Priorität erhoben.1
Der US-Richter und Publizist Andrew P. Napolitano befasste sich in einem Artikel vom 2.3.2026 mit diesem neuen Phänomen strategischer militärischer Gewalt.1 Er wies darauf hin, dass Zivilisten in einem Boot nach dem Völkerrecht keine offensichtlich bewaffneten militärischen Kämpfer seien sondern Nichtkompattanten, die keine unmittelbare Bedrohung für die USA oder Militärpersonal darstellten. Sie dürften militärisch nicht angegriffen werden, sondern müssten bei strafrechtlichem Versdacht verhaftet und einem rechtsstaatlichen Verfahren unterworfen werden.
Präsident Trump, sein Verteidigungsminister Hegseth und das US-Militär hätten hier eindeutig Mord begangen und begingen es weiter. Sie stellten sich völlig außerhalb der amerikanischen Verfassung.
Skandalös sei zusätzlich, dass der Präsident und sein Minister auch noch mit diesem Verhalten öffentlich prahlten.
Erschreckend ist noch ein innenpolitischer Vorgang, den Richter Napolitano anschließend schildert: Als diese Rechtsauffassung auch von sechs Kongress-Mitgliedern geäußert worden sei,
„versuchte der Verteidigungsminister – ohne Anhörung – die Militärpension eines von ihnen zu kürzen, eines pensionierten Marinekapitäns, und das Justizministerium bemühte sich, alle sechs anzuklagen. Trump forderte ihre sofortige Hinrichtung. (Hervorhebung hl)
Der Bundesrichter, dem die Anfechtung der Kürzung der Pensionszahlungen des Pentagons zugewiesen wurde, entschied, dass es in der amerikanischen Geschichte noch nie vorgekommen sei, dass einem Empfänger einer Militärpension diese wegen bloßer Meinungsäußerung gekürzt worden sei – geschweige denn einem Empfänger, der zugleich US-Senator ist. Er erklärte die Pensionskürzung für ungültig.
Als das Justizministerium seinen Fall gegen die sechs Kongressmitglieder einer Grand Jury im District of Columbia vorlegte und die Geschworenen aufforderte, sie wegen Störung der Moral des Militärs anzuklagen, lehnte die Grand Jury dies ab.
Man muss sich vor Augen halten, dass bei einem Grand-Jury-Verfahren weder ein Richter noch ein Verteidiger anwesend ist. Die Geschworenen hören nur das, was die Regierung sie hören lassen will – und dennoch sagten sie der Regierung: Nein.
Ich führe diesen Hintergrund an, um die Denkweise der an diesem schmutzigen Vorgang beteiligten Regierungsvertreter der Trump-Administration zu beleuchten. Sie glauben, sie könnten töten und bestrafen ohne rechtsstaatliches Verfahren und diejenigen verfolgen, die sie verbal herausfordern.
Während das Militär Mord beging, begingen die Staatsanwälte, die Kongressmitglieder wegen ihrer Rede anklagen wollten, Amtsmissbrauch, weil sie staatliche Instrumente in direktem Widerspruch zur Verfassung einsetzten.“
Aber es komme noch schlimmer.
Tötung Überlebender
Richter Napolitano fährt fort:
Nach einem gezielten Angriff auf ein Schnellboot im September vergangenen Jahres, bei dem nicht alle Insassen getötet worden seien, habe der zuständige Admiral einen zweiten Angriff befohlen, um die drei Überlebenden zu töten, während sie sich an Trümmern festhielten und versuchten, am Leben zu bleiben.
Auch dies sei ein abscheulicher Mord gewesen– und wie alle diese Bootsangriffe ein Kriegsverbrechen.
„Als Reaktion auf die öffentliche und parlamentarische Empörung über die Tötung der unglücklichen Überlebenden begann das Pentagon, Überlebende zu retten, die es nicht hatte töten können. Als Pentagon-Juristen die Juristen des Justizministeriums fragten, was mit ihnen zu tun sei, und diese nach Beweisen für deren Verbrechen verlangten, wich das Pentagon aus und transportierte sie umgehend nach Hause. Welche Beweise es gab – falls es welche gab – wurde vom Pentagon vernichtet, ein weiteres Verbrechen. …
Als zwei der Überlebenden, die das Militär nach Hause gebracht hatte, ankündigten, die Regierung wegen Verletzung ihrer Bürgerrechte durch den Versuch, sie zu töten, zu verklagen, und als die Familien zweier Getöteter desselben Angriffs eine Klage wegen unrechtmäßiger Tötung ankündigten, erfuhren wir, dass das Pentagon seine Politik der Rettung von Überlebenden eingestellt und begonnen hatte, die Küstenwache – die nicht mehr dem Pentagon, sondern dem Heimatschutzministerium untersteht – mit der Rettung zu beauftragen.“
Doch nach einem Angriff auf ein Boot am 30. Dezember, bei dem acht Personen überlebten, habe es 44 Stunden gedauert, bis das Rettungsflugzeug der Küstenwache am Einsatzort eingetroffen sei. Es habe einen absurden, 3.000 Meilen langen Umweg zurückgelegt gehabt: von Los Angeles nach Norden zum Lake Tahoe, dann nach Westen nach Sacramento, dann nach Süden über Los Angeles hinweg nach Costa Rica und schließlich nach Westen in das Suchgebiet, 650 Seemeilen vor der Pazifikküste. Es habe nur noch ein leeres Meer vorgefunden.
Richter Napolitano hält erschüttert fest:
Das Gesetz betrachte diese nicht angeklagten Personen – lebend wie tot – als unschuldig und lege dem Militär, das sie tötete, die rechtliche Pflicht auf, die Überlebenden zu retten. Doch hier würde eine bewusste Reihe geheimer, makabrer Regierungsentscheidungen getroffen, die – entgegen dem Gesetz – davon ausgehen, es sei besser, Überlebende auf See ertrinken zu lassen.
Diese kriminelle Geringschätzung gegenüber menschlichem Leben verstoße nicht nur gegen das Naturrecht, die Verfassung und Bundesgesetze, sondern offenbare einen tief verwurzelten Nihilismus, der die Trump-Administration antreibe, eine Auffassung von der angeblichen Nichtigkeit und Sinnlosigkeit alles Bestehenden, in dem es keine Werte und Normen gebe.
Das aber ist der Impuls des alles Menschliche Vernichtenden, des absoluten Bösen, das Goethe in seinem Faust-Drama in der Gestalt des Mephisto aussprechen lässt: „Denn alles, was besteht, ist wert, dass es zugrunde geht.“
Die Versenkung des iranischen Kriegsschiffes
Mit der gleichen Gnadenlosigkeit versenkte am 4. März 2026 ein US-U-Boot das unbewaffnete iranische Kriegsschiff IRIS Dena in internationalen Gewässern vor Sri Lanka, ohne jegliche Versuche, Überlebende zu retten, was selbst bei nationalsozialistischen Schiffen im 2. Weltkrieg vielfach noch üblich war. Rettung leistete die Marine von Sri Lanka. Sie konnte von ca. 180 Besatzungsmitgliedern 32 lebend retten, 87 nur noch tot, die anderen sind mit untergegangen.
Die deutsche Welle meldete:
„Das iranische Kriegsschiff war auf dem Rückweg von einer multinationalen Marineübung. Das Manöver unter dem Codenamen „MILAN 2026“ hatte unter dem Kommando des indischen Militärs gestanden.
Der US-Angriff sei offenbar geplant gewesen, sagt der indische Ex-Außenminister Kanwal Sibal im DW-Interview. „Das iranische Schiff war im Wesentlichen wehrlos, da das Protokoll für solche Übungen in der Regel vorschreibt, dass die teilnehmenden Schiffe keine Munition mitführen dürfen.“
„Es ist ironisch, dass die Marineübung den Namen ‚MILAN‘ trägt, was (in Hindi) im Wesentlichen ‚Zusammenkommen‘ bedeutet“, sagt Sibal weiter. „Es ist ironisch, dass die USA die Vereinbarungen mit Indien ignoriert haben, da sich das Schiff aufgrund unserer Einladung in diesen Gewässern befand.“ 3
Völkerrechtswidrige Angriffe
Heimtücke und Niedertracht bestimmten auch von Beginn an die völkerrechtswidrigen Angriffe der USA auf den Iran.
Noch am Freitag, dem 27.2.2026, war von Fortschritten in den immer noch laufenden diplomatischen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Genf die Rede. Der Iran habe zugesichert, niemals über nukleares Material zur Herstellung einer Atombombe verfügen zu wollen, was der vermittelnde Außenminister von Oman als Durchbruch bezeichnete. Doch wenige Stunden später griffen die USA und Israel Teheran an, wobei gleich der oberste schiitische und staatliche Führer mit zahlreichen Führungspersonen getötet wurde. – Diplomatie als täuschende Fassade für einen von vorneherein absoluten Vernichtungswillen, gleich, ob militärische oder zivile Ziele.4 Das ist nicht Krieg im herkömmlichen Sinne, sondern staatliches Morden größten Stiles.
Sogar eine Grundschule wurde von einer US-Rakete zerstört und ca. 170 Mädchen und Lehrer getötet. Trump bestritt zunächst eine Schuld der USA, eine Untersuchung bestätigte aber, dass es sich um eine US-Rakete handelte, die aufgrund überholter Daten fehlgeleitet worden sei. Doch dass es ein Versehen und keine Absicht war, ist im ganzen Kontext eher unglaubwürdig. Trump jedenfalls sagte während der noch laufenden Untersuchung: „Was immer bei dem Bericht rauskommt, ich bin willens, mit diesem Bericht zu leben.“ Also die große Zahl toter Kinder und Zivilisten ist ihm letztlich gleichgültig.5
Der erfahrene brasilianische Journalist Pepe Escobar kommentierte den Vorgang:
Die Botschaft der USA und Israels sei eindeutig gewesen: ein rituelles Opfer, um die iranische Bevölkerung einzuschüchtern. Man bombardiere eine Schule, tötet zuerst die Mädchen, dann schlage man erneut zu: Ein zweites Tomahawk-Geschoss tötete die zu Hilfe eilenden Eltern und Lehrer.
Dieser brutale Zwei-Schuss-Angriff sei mit fehlerhaften Geheimdienstinformationen gerechtfertigt und als indirekter Angriff auf die Revolutionsgarde dargestellt worden.“ 6
Offene Propagierung des totalen Krieges
Kriegsminister Pete Hegseth hat den Willen der Trump-Regierung zu zügellosem Töten ohne irgendwelche kriegsrechtlichen Regeln der Vergangenheit offen propagiert. Am 6.3.2026 sagte er vor der Presse:
„Der Iran hofft, dass wir das nicht durchhalten können, aber das ist eine wirklich schlechte Fehleinschätzung der Revolutionsgarden im Iran. Wenn Sie glauben, Sie hätten schon viel gesehen, warten Sie mal ab. Die Menge der Kampfkraft, die auf dem Weg ist, die also noch kommen wird, die wir über dem Iran ausbreiten können, ist ein Vielfaches von dem, was gerade jetzt passiert, wenn man unsere Kapazitäten und die der israelischen Armee addiert.
Die dummen politisch korrekten Kriege der Vergangenheit waren das Gegenteil von dem, was wir hier machen. Sie hatten vage Ziele mit einschränkenden, minimalistischen Regeln für den Einsatz. Das ist vorbei!“ 7 (Hervorhebung hl)
Was ist das anderes als der „totale Krieg“, den der Nazi Joseph Goebbels am Ende des 2. Weltkrieges ausrief? Und die USA weiteten ihn ja auch damals schon auf die völkerrechtswidrige gnadenlose Bombardierung der Zivilbevölkerung in Deutschland aus.
Wenn die Nazi-Regierung damals im Grunde aus einer Verbrecherbande bestand, die den Staat okkupiert hatte, um ihn als Gewalt-Instrument für größte Verbrechen zu missbrauchen – was ist dann die heutige Trump-Regierung der USA?
Der renommierte jüdische US-Wirtschafts-Professor Jeffrey Sachs, vielfacher Berater der Vereinten Nationen, spricht es unerschrocken klar und deutlich aus:
„Wir befinden uns nicht in den Händen eines verfassungsmäßigen Systems. Wir befinden uns in den Händen eines kaputten, korrupten Systems, das von Gangstern geführt wird.“ 8 (Hervorhebung hl)
Und in einem Interview beschrieb Prof. Sachs die Strategie der Trump-Regierung als verwirrend, ohne klare Ziele und getrieben von den „Wahnvorstellungen eines Verrückten”. Er betrachtet Trump als „geistig verwirrt” mit Zügen von Größenwahn und Narzissmus.
Israel nennt er einen „verrückten Schurkenstaat”, dessen Anstiftung zum aktuellen Nahostkonflikt mit dem hegemonialen Projekt der USA übereinstimme, dessen Wahnsinn jedoch aufgrund des Einflusses der Israel-Lobby in den USA nicht hinterfragt werde.9
Am 13.3.2026 schrieb Donald Trump auf seiner Plattform „Truth Social“:
„Wir vernichten das terroristische Regime im Iran vollständig – militärisch, wirtschaftlich und in jeder anderen Hinsicht –, doch wenn man die „Failing New York Times“ liest, könnte man fälschlicherweise annehmen, dass wir nicht gewinnen. Die iranische Marine ist vernichtet, ihre Luftwaffe existiert nicht mehr, Raketen, Drohnen und alles andere werden dezimiert, und ihre Anführer wurden vom Erdboden getilgt. Wir verfügen über beispiellose Feuerkraft, unbegrenzte Munition und reichlich Zeit – Sehen Sie zu, was heute mit diesen gestörten Dreckskerlen geschieht. Seit 47 Jahren töten sie unschuldige Menschen auf der ganzen Welt, und nun töte ich sie, als 47. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Was für eine große Ehre, dies zu tun! Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit. Präsident DONALD J. TRUMP“ 10
Abgesehen von den wahren US-Zielen des Öl-Raubes und der Bildung „Groß-Israels“, dem der Iran im Wege steht, schwingt sich Trump zum Weltenrichter über eine andere Regierung auf, sie zu töten (und Teile des Volkes mit), weil sie „seit 47 Jahren unschuldige Menschen auf der ganzen Welt töten“. Was ist, wenn eine andere Regierung sich aufschwingt, die Trump-Regierung zu töten, weil sie selbst überall unschuldige Menschen tötet und am furchtbaren Völkermord Israels in Gaza beteiligt ist? Das ist kriegerisches Töten ohne jegliche humanitäre Begrenzung, also kriegsverbrecherisches Morden.
Wenn die Nazi-Regierung eine gesetzlose Verbrecherbande war, die den Staat okkupiert hatte und ihn als Gewalt-Instrument für größte Verbrechen missbrauchte, so ist auch die Trump-Regierung heute eine Verbrecherbande, oder in den Worten von Prof. Sachs ein System, das von „Gangstern geführt wird.“
Damit tritt das absolute Böse unverhüllt auf den Plan und wirkt ungehindert durch menschliche Gestalten, die sich als seine Instrumente dafür hergeben.
Die Frage ist, ob die freiheitlichen Kräfte in den USA stark genug sind, für eine sofortige Amtsenthebung dieses „Präsidenten“ und seiner Komplizen zu sorgen.
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1 https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/us-angriff-boot-pazifik-100.html
2 https://www.lewrockwell.com/2026/02/andrew-p-napolitano/the-price-of-perfect-nihilism/
deutsch: https://uncutnews.ch/der-preis-des-perfekten-nihilismus/
3 dw.com vom 10.3.2026
und Google-KI-Übersicht
4 https://www.dw.com/de/eskalation-im-iran-wie-kam-es-trotz-verhandlungen-dazu/a-76165268
5 https://orf.at/stories/3423548/
6 https://t.me/s/uncut_news 14.3.2026
7 https://www.youtube.com/watch?v=XZ3RS5Yjzok
8 https://t.me/auf1tv/18334#
9 https://tkp.at/2026/03/08/professor-jeffrey-sachs-wir-sind-in-den-ersten-tagen-von-wk-iii/
10 https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/116219996530067941
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