Bei dem Straßenterror der „Antifaschisten“ (Antifa), wie er am vergangenen Wochenende in Gießen wieder in besonders starkem Maße gegen die sich gründende Jugend-Organisation der AfD getobt hat, kommt es darauf an, weniger auf die Worte, als auf die Taten zu achten und die Gesinnungen, aus denen sie hervorgehen. Boris Reitschuster hat dazu auf seinem Blog einen Kommentar veröffentlicht, der es wert ist, ins Bewusstsein gehoben zu werden und weiter darüber nachzudenken. Nur wenn die Vorgänge in ihren seelischen Tiefen durchschaut werden, können sie überwunden werden.
Unter dem Titel „Die neuen Herrenmenschen – rot-grün statt braun“ wiederholte er einen Tweet, den er bereits in den sozialen Medien geschrieben hatte:
„Straßenterror gegen die AfD in Gießen – und das im Namen von ´Nie wieder`. Sie wenden genau die Methoden an, gegen die sie angeblich kämpfen. Und sie glauben, Gewalt sei legitim – weil sie auf der ´richtigen Seite` stehen. Genau wie ihre Urgroßväter.“
Und er fügte den Kommentar eines Lesers an, der schrieb:
„Früher dachten sie, sie wären genetisch überlegen, heute glauben sie, sie wären moralisch überlegen. Damals wie heute ´Herrenmenschen` (´Gutmenschen`) und ´Untermenschen`, gegen die alles erlaubt ist. Hochmut (engl. Pride) ist die Todsünde Nummer 1 und kommt vor dem Fall (in die Hölle, den totalen Untergang).“
Das sei gut auf den Punkt gebracht. Dieser arrogante, zerstörerische Hochmut:
„Er ist wieder da. Nur in neuer Lackierung. Rot-grün statt braun.“
Es sei diese fatale Überzeugung, besser zu sein, den anderen überlegen. Reiner, moralischer, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen – und deshalb handeln zu dürfen, wie man wolle.
„Er jagt nicht mehr Kommunisten oder Sozialdemokraten – aber weiterhin den politischen Gegner: diesmal die AfD. Und er merkt nicht, dass er längst das geworden ist, was er vorgibt zu bekämpfen.“ 1
Zum Hintergrund der Antifaschisten
Zum Hintergrund der Antifaschisten gehört wesentlich die „Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ (WN-BdA). Als eine 1947 überwiegend von Kommunisten gegründete Verfolgten-Organisation öffnete sie sich 1971 für jüngere Anhänger, die keinen Verfolgtenhintergrund haben und sich zu großen Teilen aus nicht-kommunistischen Gegnern des Rechtsextremismus zusammensetzen. Die Führung bestand und besteht jedoch aus Kommunisten, anfangs aus Angehörigen oder Sympathisanten der KPD bzw. DKP, die aus der DDR finanziell unterstützt wurden, und nach dem Zusammenbruch des SED-Regimes ebenfalls aus orthodoxen kommunistischen Kräften.
Öffentliche Veranstaltungen zur Erinnerung an NS-Verbrechen und Kampagnen gegen den Rechtsextremismus dienen dazu, gesellschaftliche Anerkennung zu gewinnen. Und der dabei gesuchte Zusammenschluss mit Christen, Gewerkschaftlern, Grünen, Liberalen und Sozialdemokraten soll alle „fortschrittlichen Kräfte“ gegen den Faschismus vereinen, bei ihnen weitere Anhänger gewinnen und so die Grenzen zwischen linken Antifaschisten und Demokraten allmählich verwischen.
Agitation und Gewalt der „Antifa“ richten sich nicht nur gegen rechtsextreme Organisationen und Personen, sondern zentral auch gegen das bürgerliche und kapitalistische System der Bundesrepublik, worin auch sie die eigentliche Wurzel des Faschismus sehen. (Vgl.: http://www.bpb.de/politik/extremismus/linksextremismus/33612/antifaschismus?p=all)
Daher nutzen die linksextremen Gruppierungen die Agitation mit dem Antifaschismus in großem Maße, um unliebsame politische Auffassungen bürgerlicher Intellektueller dadurch zu diskreditieren, dass sie ihnen eine faschistische Gesinnung oder Zielsetzung unterstellen und sie mit medialer Unterstützung an den Pranger stellen. Unter Gewaltandrohung und Rufschädigung, für welche die Medien sorgen, werden diese zum Absagen oder Abbrechen ihrer Veranstaltungen genötigt und so ihre Grundrechte auf Freiheit der Meinung und Versammlung ausgehebelt.
Gemeinsamkeiten
Stellt man den Faschismus und den kommunistischen Hintergrund der linksextremen „Antifaschisten“ einander gegenüber, so fallen weitgehende Gemeinsamkeiten auf. Beide sind nicht auf die Selbstbestimmung der freien Individualität, der Frucht der europäischen Geistesentwicklung, gegründet, sondern schließen sie zugunsten der Herrschaft eines Kollektivs aus.
Für den Faschismus besteht das Kollektiv in der Abstammungsgemeinschaft der Nation oder Rasse, von der der einzelne Mensch nur ein unselbständiges Teil sei. („Du bist nichts, dein Volk ist alles.“) Im kommunistischen Staat wird das übergeordnete Kollektiv durch die ökonomische Klasse des Proletariats gebildet, deren „Willen“ sich der Einzelne nicht widersetzen darf, will er nicht als „Konterrevolutionär“ eliminiert werden.
An der Spitze beider Kollektive steht jeweils ein alle überragender Führer, der zugleich als die Spitze des Staates diesen hierarchisch von oben nach unten organisiert. Sein Wille, in dem sich angeblich der Gemeinschaftswille manifestiert, ist Gesetz, das nach unten durchzusetzen und von allen zu befolgen ist. Beide Totalitarismen sind insofern Karikaturen des altägyptischen Gottesstaates, in dem der Pharao höchster, absoluter Herrscher und zugleich als höchster Priester Stellvertreter des Gottes auf Erden war. Auch bei faschistischen und kommunistischen Diktaturen lassen sich deutlich pseudoreligiöse Züge ausmachen.
In beiden gibt es keine Freiheit des Geistes. Die Freiheit der Wissenschaft, der Lehre, der eigenen Meinung, der Versammlung und der politischen Auseinandersetzung – die alle die Würde des strebenden Menschen ausmachen – sind ausgeschlossen. Es gilt nur die eine Auffassung des Herrschers und seiner Paladine, die zum Dogma, zur Doktrin für alle erhoben wird. Jede abweichende Auffassung würde sie und damit das ganze System gefährden und wird daher mit allen möglichen Formen physischer und psychischer Gewalt verfolgt und zum Schweigen gebracht.
Gemeinsame Wurzeln
Der Unterschied in den Inhalten der Ideologien von Faschismus und Kommunismus ist nur ein äußerer. Die innere Quelle, die Gesinnung, das unbewusste Bild vom Menschen, aus dem sie hervorgehen, sind bei beiden dieselben. Hinter dem Ignorieren der eigenen Erkenntnisfähigkeit jedes Menschen, der Verachtung seiner Selbstbestimmung und Freiheit steht im Grunde die gleiche Vorstellung des Menschen als eines von außen geleiteten höheren Tieres und dessen notwendige Unterordnung unter eine biologistische oder ökonomisch bestimmte kollektive Masse. Daraus folgt die Abwesenheit jeglichen tieferen Verständnisses für die Meinung anderer und über den eigenen Zirkel hinausgehende Nächstenliebe, ja das Vorherrschen der Antipathie, des Hasses und der Gewalt gegen jeden Andersdenkenden.
Die sozialen Motive vieler können nicht verhindern, dass in der Konsequenz der Ideologie die Brutalsten die Schaltstellen der Macht besetzen. Für sie ist das Leben des einzelnen Menschen nichts wert, nur das des Kollektivs. Daraus ist auf beiden Seiten die kaltblütige Vernichtung von Abermillionen Menschen und so viel Not und Leid hervorgegangen, wie es die Menschheit bis dahin noch nicht erlebt hat.
Prägt dieser innere dunkle Quell nicht auch tendenziell Geisteshaltung und Verhaltensweise der „Antifaschisten“? Sie verfolgen fanatisch die Ziele ihrer Ideologien, unduldsam, intolerant und hasserfüllt gegen Menschen mit anderen Auffassungen, die sie mit physischem und psychischem Terror auszuschalten suchen.
Manche bürgerlichen antifaschistischen Sympathisanten lassen sich bei Aktionen im „Kampf gegen Rechts“ dazu verleiten, den vermeintlichen oder tatsächlichen Faschisten wegen der „Unvergleichlichkeit“ der historischen Verbrechen des Faschismus die Grundrechte auf Meinungs-, Versammlungs- und Forschungsfreiheit abzusprechen. Sie übersehen, dass damit der Boden der Demokratie verlassen wird, zu deren Grundfesten die elementaren Freiheitsrechte gehören. In ihr hat niemand das Recht, die Meinungen anderer zu kriminalisieren, sofern sie nicht gegen Strafgesetze verstoßen. Gerade aus den Erfahrungen der Diktatur des Nationalsozialismus sind die elementaren Grundrechte als Ausdruck der Würde des Menschen zur unantastbaren Grundlage der freiheitlichen Demokratie gemacht worden. Allein in der freien geistigen Auseinandersetzung müssen die fruchtbarsten Ideen sich durchsetzen und schädliche überwunden und ad absurdum geführt werden.
Die Unterordnung der menschlichen Individualität führt dazu, dass Faschisten und „Antifaschisten“ auch immer als Kollektiv auftreten. Hinter anonymen Internetseiten, Drohbriefen, vermummten Aktionen bleibt die Individualität, die ihre Taten verantwortet, stets verborgen. Sie wirken durch die Gewalt der Zusammenballung vieler, deren Individualitäten in der Massenentfaltung aufgehen. Das Wort Faschismus kommt von lat. fascio, was Rutenbündel bedeutet. Das ist ein sprechendes Symbol: Im Rutenbündel werden viele einzelne Ruten, die ihr Eigendasein verlieren, zu einem Bündel zusammengebunden, das in der Hand eines Einzelnen ein kraftvolles Instrument der Gewalt darstellt, um dessen Willen durchzusetzen. In diesem Sinne sind auch die Antfaschisten Faschisten.
Für einen tieferen psychologischen Blick ist der Kampf der „Antifaschisten“ gegen die Faschisten ein äußeres Scheingefecht. In ihrem Inneren lebt die gleiche Gesinnung, die sie bei ihren Gegnern voraussetzen. Indem sie gegen diese vorgehen, wenden sie sich in Wirklichkeit gegen die Gesinnung ihres eigenen Inneren, die ihnen bei ihren Gegnern gleichsam von außen wie ein Vorwurf entgegentritt. Sie hassen und bekämpfen in diesen das Bild ihres Innern, das sie so aber nie erreichen. Sie tragen den Kampf nach außen, der in ihrem eigenen Innern auszufechten wäre.
Wie überhaupt jeder äußere Kampf und Krieg gegen „das Böse“ ein aus dem eigenen Innern nach außen verlagerter Krieg ist, der nur dokumentiert, dass der Kampf gegen das Böse, den jeder Mensch in seinem eigenen Inneren zu führen hat, hier unterbleibt. Stattdessen wird das Böse draußen bei den Anderen gesucht und bekämpft – unvermerkt mit den Mitteln des Bösen, wodurch das Böse in der Welt unendlich vermehrt wird. Das Böse kann letztlich nur durch das Gute bezwungen werden. 2
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1 https://reitschuster.de/post/die-neuen-herrenmenschen-rot-gruen-statt-braun/
2 Wesentliche Gedanken aus meinem früheren Artikel: https://fassadenkratzer.de/2013/03/18/faschisten-und-antifaschisten/

Ein Gedanke zu „Die faschistischen Methoden der „Antifaschisten“ – Der Balken im Auge“
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